Steve Reich

Konzept

“Music as a Gradual Process”

 

In seinem 1968 entstandenen Essay „Music as a Gradual Process“ beschrieb Reich auf knappem Raum seine persönliche Motivation hinter dem Komponieren, und damit zusammenhängend seine musikalische Ästhetik.

Die wichtigsten Aussagen:

 

a)     Wie der Titel schon andeutet, meint der „graduelle Prozess“ nicht die Beschäftigung des Komponierens, sondern den tatsächlich stattfindenden musikalischen Vorgang, das Werk an sich.

  

b)     Diese musikalischen Prozesse sind für das Stück Ausgangspunkt, regeln aber auch die komplette Binnenstruktur des Stücks.

 

c)     Von Anfang an weist Reich darauf hin, dass seiner Meinung nach musikalische Vorgänge für den Hörer akustisch nachvollziehbar sein müssen. 

  

d)     Reich erkennt die Ausführung von Musikstücken durch Menschen und Maschinen grundsätzlich als gleichwertig an.

  

e)     Dadurch, dass der Komponist der Erfinder des Prozesses ist, ist er gleichzeitig der Erfinder des gesamten Stückes, auch wenn er nicht alle auftretenden Klangereignisse voraussehen kann. Gleichwohl muss er sie aber alle als Resultat seines Prozesses akzeptieren.

 

f)       So gesehen löst sich die Komposition in dem Augenblick, in dem der Prozess in Gang gesetzt wird vom Komponisten und funktioniert alleine für sich. Die Musik wird unpersönlich im ursprünglichen Sinn des Wortes

 

g)     Die Verwendung von versteckten musikalischen Strukturmomenten ist nicht erwünscht. Alles sollte, wenn möglich, vom Ohr wahrgenommen werden. Die Fülle der Klangereignisse verhindert Langeweile in der Musik.

 

h)     Um dem Ohr die Möglichkeit zu geben, die musikalischen Prozesse möglichst genau nachzuvollziehen, müssen diese sehr langsam vonstatten gehen.

 

i)        Musik, die aus musikalischen Prozessen besteht, kann keinen Freiraum für Improvisation bieten.  

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