Die Rockmusik geht auf den Rock ’n’ Roll zurück.
--> Audio/Video. Er entstand seinerseits aus der Verbindung von Countrymusik und Rhythm & Blues. Bill Haleys Schallplatte „Rock Around the Clock“ vom 12. April 1954 verhalf dem Rock ’n’ Roll international zum Durchbruch. „Rock Around the Clock“ und viele andere Rock-’n’-Roll-Lieder der 1950er Jahre waren dem afroamerikanischen Rhythm and Blues stilistisch sehr ähnlich.
Bekannteste Vertreter des Rock ’n’ Roll in den 1950er Jahren:
Die Rockmusik als eigenständige Musikform unterscheidet sich vom Rock ’n’ Roll wesentlich durch den Rhythmus: Im Rock werden die Achtelnoten binär gespielt, also „gerade“, so wie man es aus der lateinamerikanischen und europäischen Musik kennt. Im Rock ’n’ Roll werden die Achtelnoten zwischen den Beats (zwischen den Viertelnoten) hingegen leicht nach hinten verschoben, so dass ein ternärer Rhythmus entsteht (Shuffle), wie man ihn aus dem klassischen Jazz kennt.
Um 1955/60 entwickelte sich Rhythm and Blues und Gospel zu Soul --> Audio/Video. In den 1960er Jahren war Soul fast das Synonym für schwarze Popmusik. Eng verknüpft ist die Geschichte dieser Stilrichtung mit dem Kampf der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung gegen Rassentrennung und für Gleichberechtigung.
Typische Vertreter des Soul:
Jackson Five (mit Michael Jackson, seit er 7 Jahre alt war)
James Brown (später im Funk)
Der Rock ’n’ Roll wurde in den 1960er Jahren in England stilistisch verändert. Zwei der wichtigsten Wegbereiter des Rock dieser Periode sind The Beatles und The Rolling Stones. Hier ist auch schon die erste Genre-Aufsplitterung zu beobachten, die später charakteristisch für die Rock-Szene werden sollte:
Auf der einen Seite standen die Beatles mit ihrer Beatmusik.
--> Audio/Video. Die Beatles traten in Anzügen mit Krawatte auf und neigten eher zu melodischen, harmoniegeprägten Songs.
The Rolling Stones, auf der anderen Seite, fielen durch einen eher rauen Sound auf. Die Zeitschrift Rolling Stone bezeichnet den Titel „(I Can’t Get No) Satisfaction“ der Rolling Stones als die eigentliche Geburtsstunde des Rock.
Wie beinahe alle neuen Musikrichtungen war auch die Rockmusik in ihrer Anfangszeit stark umstritten. Das Auftreten der Protagonisten mit langen Haaren und obszöner, lauter Musik galt als skandalös. Einzelne Vertreter der normalen Bürgerschaft versuchten, die Szene in eine satanistische Ecke zu drängen. Doch gerade diese Ablehnung trug wahrscheinlich wesentlich dazu bei, der Rockszene den Status des Rebellischen und Revolutionären zu geben, den sie bis in die 1970er Jahre behalten sollte und der seinen Höhepunkt in der Friedensbewegung gegen den Vietnamkrieg fand. Rockmusik und Hippie-Szene sind hier fest miteinander verbunden. Dies führte zur Folk-orientierten Rockmusik, wie sie z.B. von Crosby, Stills & Nash (& Young) gespielt wurde.
Parallel zu den friedensorientierten Hippies bestand eine Szene eher gewaltbereiter Rocker.
Nachdem seit 1968 der weltweite Protest gegen Rassendiskriminierung und den Einsatz der USA im Vietnamkrieg gewachsen war, war auch in der Rockmusik die Suche nach neuem musikalischem Ausdruck stark spürbar.
Mit dem Woodstock-Festival hatte 1969 das grösste Festival aller Zeiten gerade statt gefunden, wo auch Jimi Hendrix seiner Gitarre neuartige Klänge entlockte --> Audio/Video und Janis Joplin mit ihrer unverwechselbar rauhen Stimme aufgetreten war. Leider starben beide nach Drogenmissbrauch, ebenso wie Jim Morrison (von The Doors) 1970/71. --> Audio/Video
Im Progressive Rock und Artrock entstanden komplexe, überlange Songs mit ausgedehnten Instrumentalteilen (Solo) und mit akustischen Effekten. --> Audio/Video
Wichtige Vertreter des Progressive Rock/Art Rock:
Genesis (mit Phil Collins und Peter Gabriel)
Bezeichnend für den Glam Rock sind schrille, glitzernde und oft feminine Kostüme und Bühnendarstellungen.
Wichtige Vertreter des Glam Rock:
Queen (auch Progressive Rock orientiert)
Gleichzeitig existierte die noch rebellischere Szene, die auch zum Teil als Gegenbewegung zu dem als zu friedfertig verlachten Hippietum entstand. Dazu gehören die gesamte Punk-Bewegung, die Heavy-Metal-Szene und der Hard Rock. --> Audio/Video
Diese Richtungen schafften es auch weiterhin, zu provozieren und zu skandalisieren, während die oben genannten Stile mitunter gesellschaftlich akzeptiert wurden.
Wichtige Vertreter von Hardrock und Heavy Metal:
Um 1976 entstand mit dem Punk eine noch härtere Gangart des Hardrock mit noch schnellerem Songtempo und einfachsten Gitarren-Griffen. --> Audio/Video
Typische Vertreter des Punk:
The Cure (in den 80er Jahren)
Joy Division (in den 80er Jahren)
Green Day' (seit den 90er Jahren)
Bad Religion (in den 90er Jahren)
The Offspring (in den 90er Jahren)
Es gab aber auch viele Interpreten zwischen diesen beiden Polen; Beispiele hierfür sind Status Quo, Led Zeppelin, Nazareth, Patti Smith oder Aerosmith, die zu dieser Zeit noch sehr viel Bluesrock spielten.
In die Rockmusik flossen auch Elemente einer Vielzahl anderer Musikrichtungen wie Jazz oder Reggae. Dabei entwickelte sich auch der Latin Rock mit seinem berühmtesten Vertreter, dem Gitarristen Carlos Santana. --> Audio/Video
Andere Stilrichtungen nahmen wiederum viele Aspekte der Rockmusik auf und veränderten sich stark. Als Beispiel für diese Vorgänge ist das Schaffen von Michael Jackson zu nennen, der mit seinen Wurzeln in der „Black Music“ eine sehr erfolgreiche Verbindung mit dem Rock einging.
Außerdem ist eine fortschreitende Digitalisierung der Musikproduktion zu beobachten. Zum einen lag das an Bands wie Pink Floyd, die in ihrem Drang zum Perfektionismus sehr viel Engagement für die Produktion ihrer Platten zeigten, aber auch an Avantgardisten des Krautrock wie Can oder vor allem Kraftwerk, die mit ihrer experimentellen Musik den Grundstein für ein Genre jenseits des Rock legten: die Elektronische Popmusik.
In den 1980ern machten so genannte „Pop-Metal“-Bands von sich reden, wie beispielsweise Bon Jovi, Def Leppard oder Europe. Diese Bands konnten in diesen Jahren große Erfolge verbuchen. Von allen großen Bands dieser Zeit konnten sich nur Bon Jovi ihre Fangemeinde erhalten und sind auch noch heute sehr erfolgreich, deren Musik sich Ende der 80er Jahre stilistisch vom Metal zum Stadion Rock entwickelte.
Nach dem Abebben der kreativen Hochphase des Punks entstand die sogenannte New Wave.
Stilistisch ging es hier nach der Opulenz der 70er oftmals in eine kühlere, reduziertere Richtung.
Typische Bands des New Wave:
The Police (mit Sänger Sting)
Auch wurde zunehmend, inspiriert vor allem von den Experimenten von Kraftwerk, mit synthetischen Klangerzeugern gearbeitet, was einen Grundstein für die Entwicklung des Synthpop und der gesamten Elektronischen Tanzmusik legte.
Auch der Heavy Metal erlebte eine Hoch-Zeit durch Gruppen wie Iron Maiden, Motörhead oder Metallica.
An der Schnittstelle zwischen Rock und Pop entstanden viele Bands, die zu den populärsten und kommerziell erfolgreichsten des Jahrzehnts gehörten, zum Beispiel Simple Minds, U2, R.E.M. oder Toto.
Obwohl der Hip-Hop bereits in den 70er Jahren seine Anfänge in den USA hatte, entwickelte er sich in den 80er Jahren zum weltweiten Erfolg. --> Audio/Video.
Hip-Hop hat seine Wurzeln in der schwarzen Funk- und Soul-Musik. Der Rap (Sprechgesang, das Samplen und das Scratchen sind weitere Merkmale dieser aus den schwarzen Ghettos der USA stammenden Musik. Hip-Hop bezeichnet nicht ausschließlich eine Musikrichtung, sondern auch die Jugendkultur Hip-Hop mit den Elementen Rap (MCing), DJing, Breakdance und Graffiti.
Erste wichtige Vertreter des Rap und Hip-Hop (70er Jahre):
Weitere wichtige Rapper und Hip-Hop Gruppen (80/90er ...)
CH: Stress, Sens Unik, Chlyklass, Gimma, Greis
Anfang der 1990er Jahre erlebte die Rockmusik dann einen unerwarteten Schub durch den Erfolg der US-Grunge-Band Nirvana, die nach dem Experimentieren und Digitalisieren der 1980er wieder musikalisch simplere Musik spielte und die gesamte Alternative-Szene der 1990er nachhaltig prägte.
Im Zuge der Popularisierung des Grunge erzielten auch Bands wie Soundgarden, Pearl Jam oder die Smashing Pumpkins große kommerzielle Erfolge.
Aber auch Guns N' Roses konnte Anfang 1990 mit ihrer Use Your Illusion Tour weltweit für Aufsehen sorgen und gehörten somit zu den wenigen Rockbands, die trotz des massiven Einfluss des Grunge in den 1990ern, enorme Erfolge verbuchen konnte.
Das Fusionieren und Experimentieren trat dann erst wieder zum Ende des Jahrzehnts in den Vordergrund durch Interpreten, die Elemente aus der zu dieser Zeit Erfolge feiernden elektronischen Musik adaptierten, wie zum Beispiel Radiohead, Blur oder auch Nine Inch Nails.
In den 1980er-Jahren entstand in der Diskothek Warehouse in Chicago die House-Musik, die sich durch den stampfenden Bass-Beat gut zum Tanzen eignet. --> Audio/Video
House gilt als Weiterentwicklung des 1970er-Jahre Disco-Sounds. Die House-DJs suchten ursprünglich in Songs ausgedehnte Rhythmus-Passagen, erkannten die hypnotische und euphorisierende Wirkung dieser monotonen Zwischenstücke und begannen damit, ausschließlich diese Passagen verschiedener Schallplatten zu vermischen und den Rest der Songs wegzulassen.
Unter der Bezeichnung Techno enwickelte sich in den 90er Jahren zunehmend ein stark von der House-Musik beeinflusster Stil. --> Audio/Video.
Techno besteht aus schnellen, hypnotisierenden Rhythmen; die Klänge bestehen aus Synthesizersounds und Alltagsgeräuschen.
Trip-Hop ist ein elektronischer Musikstil, für den langsame, dem Hip-Hop ähnliche Rhythmen charakteristisch sind und wird aufgrund seiner oft düsteren Grundstimmung allgemein als melancholisch empfunden.
Er entstand in der Region um die englische Stadt Bristol.
Bekannte Trip-Hop-Interpreten:
Faithless (mit Einfluss von Trance-Musik)
Jungle & Drum ’n’ Bass --> Audio/Video:
Beide Stile gehören in die elektronischen Musik und typisches Merkmal sind die schnellen gebrochenen Rhythmen, sogenannte Breakbeats. Die beschleunigten funkigen Breakbeats haben eine Geschwindigkeit von etwa 160 bis 190 BPM. In England wird die Bezeichnung Jungle bis heute gleichbedeutend mit Drum ’n’ Bass verwendet.
Typische DJs / Interpreten von Jungle und Drum & Bass:
Roni Size (auch bei Massive Attack)
Das neue Jahrtausend wurde dann durch eine um sich greifende Retrowelle geprägt. Bands wie The Strokes, The Fratellis, The Subways, Mando Diao, Wolfmother, The White Stripes oder Franz Ferdinand griffen auf für die 1960er Jahre typische Elemente zurück und transportierten sie zurück in die Musik-Charts; The Hives und The Libertines stehen auf den Schultern alter Punkgrößen.
Seit einigen Jahren ungebrochen ist der Einfluss und riesige Erfolg von britischen Bands wie U2, Muse oder Coldplay
--> Link für unzählige Überblicke zur Rockmusik:
http://de.wikipedia.org/wiki/Portal:Rockmusik
--> Ursprünglicher Text: http://de.wikipedia.org/wiki/Rockmusik#Geschichte
Ergänzungen, Abänderungen durch Si